Ratgeber · Kassensysteme

Tischbestellung, Rechnung splitten & Kellner-PIN im Restaurant (2026)

Tischbestellung, Kellner-PIN und Rechnungssplitting — die drei Funktionen, die Gastro-Kassensysteme vom Einzelhandel unterscheiden.

5 Min. Lesezeit
Kellner nimmt mit einem mobilen Handheld-Gerät eine Bestellung am Restauranttisch auf

TL;DR — Kurzzusammenfassung

Tischbestellung per Handheld funkt Bestellungen direkt in die Küche, Kellner-PIN macht jeden Kassenvorgang personenbezogen nachvollziehbar, und Rechnungssplitting nach Position, Kopfzahl oder freiem Betrag beschleunigt den Abschluss großer Tische. Die TSE bleibt dabei am zentralen Kassensystem verankert, unabhängig von der Zahl der Handhelds. Zusatzkosten ab ca. 1.000–2.500 € einmalig, Stand 2026.

Tischbestellung, Rechnung splitten & Kellner-PIN im Restaurant (2026)

Tischbestellung, Rechnungssplitting und Kellner-PIN sind die drei Funktionen, die ein Kassensystem im Restaurant vom reinen Einzelhandels-Kassensystem unterscheiden. Wer als Restaurantbetreiber schon einmal an einem vollbesetzten Freitagabend Bons handschriftlich sortiert oder eine Sechser-Tischrechnung im Kopf aufgeteilt hat, weiß: Diese drei Funktionen entscheiden über reibungslosen Service — oder über Warteschlangen an der Kasse.

Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet Tischbestellung am Kassensystem konkret?
  2. Kellner-PIN: Warum jeder Mitarbeiter ein eigenes Login braucht
  3. Rechnung splitten: Die drei gängigen Methoden
  4. Tischverwaltung und Gangsteuerung in der Küche
  5. Was bei der TSE-Erfassung bei Tischsystemen zu beachten ist
  6. Worauf Sie bei der Anschaffung achten sollten
  7. Häufige Fragen

Was bedeutet Tischbestellung am Kassensystem konkret?

Tischbestellung bezeichnet die direkte Erfassung von Gästebestellungen am Tisch über ein mobiles Handheld-Gerät oder Tablet, das die Bestellung in Echtzeit an Küche und Theke funkt — ohne Papierbon und ohne Umweg über eine feste Kasse. Der Kellner nimmt die Bestellung am Tisch auf, bestätigt sie auf dem Gerät, und die Küche sieht den Auftrag sofort auf dem Kitchen-Display oder Bondrucker.

Der Effekt in der Praxis: Wege zwischen Tisch und Kasse entfallen, Bestellungen kommen schneller in der Küche an, und Verwechslungen durch schlecht lesbare Handschrift auf Papierblöcken gehören der Vergangenheit an. Bei den von uns betreuten Restaurants in NRW ist das oft der Punkt, der sich am schnellsten im laufenden Betrieb bemerkbar macht — noch vor der reinen Kassenfunktion.

Kellner-PIN: Warum jeder Mitarbeiter ein eigenes Login braucht

Ein eigener PIN-Code oder Fingerabdruck-Login pro Mitarbeiter sorgt dafür, dass jede Bestellung, Stornierung und Rechnung eindeutig einer Person zugeordnet werden kann — das ist sowohl für die interne Kontrolle als auch für die GoBD-konforme Dokumentation relevant.

  • Nachvollziehbarkeit bei Stornos: Wird eine Bestellung storniert, zeigt das Kassenjournal, welcher Mitarbeiter wann storniert hat — wichtig bei Unstimmigkeiten und bei einer Kassennachschau durch das Finanzamt.
  • Trinkgeld-Zuordnung: Bei elektronisch erfasstem Trinkgeld über Kartenzahlung lässt sich pro Kellner auswerten, wie viel Trinkgeld auf welchen Mitarbeiter entfällt.
  • Zugriffsrechte staffeln: Servicekräfte können auf Bestellung und Zahlung beschränkt werden, während nur Schichtleitung Stornos oder Preisänderungen freigeben darf.

Ohne individuelle Logins läuft in vielen Betrieben alles über einen gemeinsamen Kassenzugang — das mag im Alltag bequemer wirken, macht aber jede spätere Aufklärung von Kassendifferenzen praktisch unmöglich.

Rechnung splitten: Die drei gängigen Methoden

Rechnungssplitting am Kassensystem lässt sich nach Position, nach Kopfzahl oder nach frei gewähltem Betrag durchführen — welche Methode passt, hängt vom Gästeverhalten im jeweiligen Restaurant ab.

MethodeWie es funktioniertAm besten geeignet für
Nach PositionJeder Gast zahlt genau das BestellteGruppen mit sehr unterschiedlichen Bestellungen
Nach KopfzahlGesamtrechnung gleichmäßig geteiltRunden mit ähnlichen Bestellungen, schnelle Abrechnung
Nach freiem BetragGäste zahlen selbst gewählte TeilbeträgeGruppen mit individueller Kostenaufteilung

Ein gutes Kassensystem bietet alle drei Varianten direkt am Tablet an, ohne dass der Kellner zur Hauptkasse zurücklaufen muss. Gerade bei größeren Tischen mit sechs oder mehr Gästen ist das der Unterschied zwischen einer zügigen Verabschiedung und einer Warteschlange am Tresen.

Tischverwaltung und Gangsteuerung in der Küche

Neben Bestellung und Zahlung gehört zu einem vollständigen Tischsystem auch die visuelle Tischverwaltung: ein digitaler Tischplan zeigt auf einen Blick, welcher Tisch belegt, reserviert oder frei ist, und wie lange Gäste bereits sitzen.

Bei Restaurants mit mehrgängigen Menüs kommt die Gangsteuerung hinzu — die Küche erhält Vorspeise, Hauptgang und Dessert nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt nach Freigabe durch den Service. Das verhindert, dass alle Gänge gleichzeitig fertig werden, während der Gast noch bei der Vorspeise sitzt.

Was bei der TSE-Erfassung bei Tischsystemen zu beachten ist

Auch bei mobiler Tischbestellung gilt: Der eigentliche Kassiervorgang muss über eine TSE-gesicherte Kasse laufen, unabhängig davon, wie viele Handheld-Geräte am Tisch im Einsatz sind. Die TSE ist am zentralen Kassensystem verankert, nicht am einzelnen Tablet.

Wichtig in der Praxis: Wird eine Bestellung am Tisch aufgenommen, aber erst später an der Hauptkasse kassiert, muss die zeitliche Abfolge im Kassenjournal nachvollziehbar bleiben — von der Bestellaufnahme bis zum tatsächlichen Zahlvorgang. Systeme, die Tischbestellung und Kassenfunktion nicht sauber miteinander verzahnen, produzieren hier leicht Lücken, die bei einer Kassennachschau auffallen.

Worauf Sie bei der Anschaffung achten sollten

Vor der Anschaffung lohnt sich ein Blick auf die tatsächliche Tischanzahl und Auslastung: Ein Restaurant mit 15 Tischen braucht keine Lösung, die für 50-Tische-Betriebe konzipiert ist — das treibt Kosten unnötig nach oben, ohne im Alltag genutzt zu werden.

Ein einfaches Tischbestellsystem mit ein bis zwei Handhelds kostet ab ca. 1.000–2.500 € einmalig zusätzlich zur Basis-Kasse, dazu kommen monatliche Softwaregebühren, die je nach Anbieter und Funktionsumfang typischerweise zwischen 40 und 150 € liegen. Stand 2026 — abhängig von Anzahl der Handhelds und Funktionsumfang.

Bei der Auswahl sollte außerdem geprüft werden, ob das System auch bei WLAN-Ausfall in der Küche weiterläuft — ein Offline-Puffer für die Dauer einer kurzen Netzwerkstörung ist im laufenden Service oft entscheidender als jede Zusatzfunktion.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein kleines Bistro mit 8 Tischen wirklich ein Tischbestellsystem?

Nicht zwingend. Bei überschaubarer Tischzahl und einer einzigen Servicekraft pro Schicht lässt sich der Ablauf oft auch über eine feste Kasse gut organisieren. Ab etwa 12–15 Tischen mit mehreren Kellnern zahlt sich ein mobiles System meist spürbar aus.

Kann ich Rechnungen nachträglich noch splitten, nachdem der Bon bereits gedruckt wurde?

Das hängt vom System ab. Die meisten modernen Kassensysteme erlauben ein nachträgliches Splitten vor Abschluss der Zahlung, nicht aber nach vollständigem Kassenabschluss — dann wäre eine Stornierung mit Neuerfassung nötig, die im Kassenjournal dokumentiert wird.

Wie viele Handheld-Geräte brauche ich pro Schicht?

Als Faustregel gilt ein Handheld pro zwei bis drei gleichzeitig arbeitende Servicekräfte, damit niemand auf ein freies Gerät warten muss. Bei sehr kleinen Teams reicht oft ein gemeinsam genutztes Gerät mit individuellem PIN-Login pro Mitarbeiter.

Ist die Kellner-PIN gesetzlich vorgeschrieben?

Nein, eine explizite gesetzliche Pflicht zur individuellen Anmeldung besteht nicht. Sie ist aber in der Praxis das wirksamste Mittel, um Kassenvorgänge im Sinne der GoBD lückenlos und personenbezogen nachvollziehbar zu machen.

Was passiert mit offenen Tischen bei einem Systemausfall?

Gute Kassensysteme speichern offene Bestellungen lokal zwischen und synchronisieren sie automatisch, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist. Ohne diesen Offline-Puffer drohen bei einem kurzen Ausfall verlorene Bestelldaten mitten im Service.

Mehr zu Tischplan, Kellner-Handhelds und Splitrechnung finden Sie auf unserer Seite Kassensystem für Restaurants.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Gesetzliche Vorgaben (z. B. zu TSE, GoBD, Kassenpflicht) und ihre Auslegung können sich ändern. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder an uns.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für konkrete Fragen zu Ihrem Betrieb empfehlen wir die Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.
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